Schilddrüse

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Die Schilddrüse ist ein kleines Organ vorne am Hals gelegen (siehe Abbildung). Bei Frauen beträgt das Volumen normalerweise bis 18ml, bei Männern bis zu 25ml. Die Schilddrüse hat eine einzige, sehr wichtige Funktion: die Produktion des Schilddrüsenhormons L-Thyroxin, auch T4 abgekürzt. Alle wichtigen Organe des menschlichen Körpers besitzen einen Rezeptor für Schilddrüsenhormon und wandeln das T4 dafür in die aktive Form des Schilddrüsenhormons um, das Triiodthyronin, T3 abgekürzt. T3 bindet an den Rezeptor und gibt der Zelle das Signal, dass Schilddrüsenhormon anwesend ist.

Während des Heranwachsens des Menschen hat das Schilddrüsenhormon eine sehr wichtige Bedeutung für die Entwicklung vieler Organe. Beim Erwachsenen sorgt T4 dafür, dass der Mensch nicht friert und einen aktiven Stoffwechsel aufrechterhalten kann. Ein Zuviel von T4 im Rahmen einer Überfunktion der Schilddrüse führt daher auch zu vermehrtem Schwitzen und Muskelzittern, während eine Unterfunktion der Schilddrüse eine vermehrte Kälteempfindlichkeit und Müdigkeit erzeugen kann

Autoimmunthyreoidtis

Für die Produktion des T4 muss die Schilddrüse laufend wie ein kleines Kraftwerk Iodid zu Iod oxidieren. Vielleicht ist es diese anspruchsvolle Aktivität, die dazu führt, dass im Laufe des Lebens immer auch Zellen der Schilddrüse einen Defekt aufweisen und eine Reaktion des körpereigenen Immunsystems erzeugen, auch Autoimmunthyreoiditis genannt. Die meisten Immunreaktionen in der Schilddrüse gehören gewissermassen zur normalen Aktivität der Schilddrüse dazu und haben für den Menschen keinen Krankheitswert. Eine Autoimmunthyreoiditis kann aber auch eine Überfunktion (Hyperthyreose) oder Unterfunktion (Hypothyreose) erzeugen, welche erkannt und behandelt werden sollten.

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Schilddrüsenknoten

Die besondere Funktion der Schilddrüse ergibt noch eine andere Eigenheit für dieses Organ. Im Laufe des Lebens kommt es oft zur Ausbildung von Schilddrüsenknoten. Ein Knoten bildet sich aus, wenn sich an einem Punkt in der Schilddrüse die Zellen nicht mehr an die normale Architektur halten. Sie können sich dabei auch durch eine Kapsel von den anderen Zellen der Schilddrüse abgrenzen. Die meisten Schilddrüsenknoten sind glücklicherweise harmlos und haben für den Menschen keine krankhafte Bedeutung. Schilddrüsenknoten können aber auch wachsen und am Hals für Beschwerden sorgen. Selten kann es auch zur Ausbildung von bösartigen Knoten kommen (Schilddrüsenkarzinome).

Neu entdeckte Schilddrüsenknoten sollten daher weitergehend untersucht werden.


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Weiterführende Literatur

  • Krützfeldt, Jan (2017): Erkrankungen der Schilddrüse. In: Differentialdiagnose Innerer Krankheiten, 21. Auflage. Herausgeber: E.Battegay. Stuttgart: Thieme Verlag.
  • Krützfeldt, Jan (2017): Erkrankungen der Schilddrüse. Leading Opinions Innere Medizin, 1/2017:30-31.
  • Krützfeldt, Jan (2013): Schilddrüsen-Knoten: Neue Ergebnisse zur Wertigkeit des Ultraschalls. Schweiz Med Forum, 13(5152):1058-1059.
  • Krützfeldt, Jan und Christ, Emanuel (2011): Diagnostik und Therapie der Hyperthyreose. Therapeutische Umschau, 68(6):297-301.