Wachstumshormon-Mangel

​​Das Wachstumshormon (GH; hGH für human GH) fördert direkt und indirekt (via IGF-1) in der Kindheit das Wachstum und beeinflusst damit die Körperlänge. Ein Mangel führt entsprechend zu einer verlangsamten Wachstumsgeschwindigkeit und einer Abweichung von der ursprünglichen Wachstumskurve. Auch im Erwachsenenalter spielt das Wachstumshormon eine relevante Rolle im Stoffwechsel des Fettgewebes, der Leber, der Muskulatur und der Knochen und Nieren. Die Symptome eines GH-Mangels sind meist unspezifisch, es kann zu reduzierter Muskelmasse/-kraft, vermehrtem Bauchfett, Energiedefizit/Hungerästen, Müdigkeit oder depressiver Verstimmung kommen. Die Ursachen eines Mangels sind vielfältig und umfassen (meist) gut- und (selten) bösartige Tumoren, Entzündungen, Zustand nach Bestrahlung, Einblutung oder Traumen/Unfällen; im Kindesalter sind zusätzlich genetische Erkrankungen und Entwicklungsstörungen möglich.

Die Abklärung eines Wachstumshormonmangels im Kindesalter erfolgt meist durch einen spezialisierten Kinderendokrinologen, wobei auch andere Ursachen eines Kleinwuchses ausgeschlossen werden müssen. Im Erwachsenenalter ist eine IGF-1- und GH-Bestimmung meist genügend aufschlussreich, gelegentlich sind Stimulationstests notwendig. Bei Kindern, Adoleszenten und jungen Erwachsenen ist die Indikation für eine Ersatztherapie mit Wachstumshormon meist gegeben; bei älteren Erwachsenen (die schon normalerweise weniger GH produzieren) ist die Indikation zur Substitutionstherapie restriktiver zu stellen als bei Jugendlichen. Vor Therapiestart muss das GH-Defizit überzeugend dokumentiert sein (dazu sind ev Stimulationstests erforderlich), und die Krankenkasse muss um eine Kostengutsprache gebeten werden. Die erforderliche Dosis ist abhängig von Alter, Geschlecht und Gewicht.