Akromegalie

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Die Akromegalie ist eine seltene Erkrankung, welche aufgrund eines Wachstumshormon-produzierenden Adenoms der Hypophyse auftritt. Die Anzahl Neuerkrankungen beträgt ca. 4 Fälle pro Jahr auf eine Million Einwohner. Tritt die Erkrankung bereits im Kindesalter und vor dem Schluss der Epiphysen-/Knorpel-Wachstumsfugen der Knochen auf, manifestiert sich diese mit einem übermäßigen Längenwachstum und wird auch als Gigantismus bezeichnet.  Im Erwachsenenalter betrifft das übermäßige Wachstum vorwiegend das Knorpelgewebe, die Weichteile und inneren Organe. Nebst den großen, verdickten Händen und Füssen finden sich charakteristische Veränderungen im Bereich des Gesichtes mit Vergröberung der Gesichtszüge, prominenter Stirn und Nase, vergrößerter Zunge und Lippen sowie Veränderungen des Kiefers und der Zahnstellung. Weniger spezifische Beschwerden und Befunde umfassen vermehrtes Schwitzen, Schnarchen (Schlaf-Apnoe), Schmerzen in den Gelenken, Karpal-Tunnel-Syndrom, einen Diabetes mellitus oder einen erhöhten Blutdruck. Je nach Tumorgrösse können zusätzlich Kopfschmerzen, Doppelbilder oder Sehstörungen auftreten. Auf Grund der schleichend eintretenden Veränderungen und teilweise unspezifischen Beschwerden wird die Krankheit häufig erst mit großer Verzögerung (meist etwa nach 5 bis 10 Jahren) erkannt und behandelt.

Nebst der sorgfältigen Anamnese und klinischen Untersuchung umfasst die Diagnostik auch Laboruntersuchungen mit Messungen von Wachstumshormon und IGF-1 sowie eine MRI- Untersuchung der Hypophyse.  Die Behandlung zielt im Idealfall primär auf die (komplette und schonende) neurochirurgische Entfernung des Hypophysentumors ab. Ist dies nicht oder nur teilweise möglich, kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie oder eine Bestrahlung notwendig sein.