Conn-Syndrom

​​Als primären Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) bezeichnet man eine Erkrankung der Nebennieren, bei der eine Überproduktion des Nebennierenhormons Aldosteron vorliegt. Aldosteron wird in der äußersten Schicht (Zona glomerulosa) der Nebennierenrinde gebildet und ist maßgeblich an der Regulation des Wasser- und Salzhaushalt des Körpers beteiligt. Durch den Effekt auf den Ionentransport in der Niere führt es zur Ausscheidung von Kalium und zur Rückresorption von Natrium und Wasser.

Die Leitsymptome des Conn-Syndroms sind:

  • schlecht einstellbarer Bluthochdruck (trotz drei oder mehr Blutdruckmedikamenten)
  • Erniedrigung des Blut-Kalium-Spiegels

Das Conn-Syndrom ist die häufigste Ursache für einen spezifisch behandelbaren – und prinzipiell heilbaren – Bluthochdruck. Es wird geschätzt, dass zwischen 5-10% aller Bluthochdruck-Patienten an einem Conn-Syndrom leiden.

Nach aktuellen Empfehlungen sollen folgende Patientengruppen auf das Vorliegen eines Conn-Syndroms untersucht werden (in Klammern ist die Wahrscheinlichkeit für ein Conn-Syndrom angegeben):

  • Moderate (Stadium 2, >150/100) Hypertonie
  • Schwere (Stadium 3, >180/110 mmHg) Hypertonie (13%)
  • Therapie-refraktäre Hypertonie (17-23%)
  • unter 4 Antihypertensiva kontrollierte Hypertonie
  • Hypertonie + spontane (oder Diuretika induzierte) Hypokaliämie
  • NN-Inzidentalom und Hypertonie (1,1-10%)
  • Hypertonie und Schlafapnoe     (34% bei neu diagnostizierten Patienten)
  • Patienten mit erstgradigen Verwanden mit Conn-Syndrom oder positive Familienanamnese auf frühzeitig auftretende Hypertonie

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OP-Präparat eines Conn-Adenoms nach laparoskopischer Operation

​Eine Ursache für das Conn-Syndrom ist das Aldosteron produzierende Adenom (Conn-Adenom), welches bei etwa der Hälfte aller Fälle ursächlich ist. Bei diesen Patienten wird in der Regel die betroffene Nebenniere minimal-invasiv operativ entfernt, wodurch die Erkrankung geheilt oder aber zumindest der Bluthockdruck verbessert werden kann.







In der anderen Hälfte der Fälle ist die bilaterale Nebennierenhyperplasie, d.h. eine mikroskopische Vergrößerung beider Nebennieren, für das Conn-Syndrom verantwortlich. In diesen Fällen erhalten die Patienten eine lebenslange medikamentöse Therapie mit dem Aldosteron-Antagonisten Spironolacton, welcher die Wirkung des bei dieser Erkrankung übermäßig viel gebildeten Hormons Aldosteron auf Rezeptorebene aufhebt. Falls eine dies nicht zu einer guten Blutdruckeinstellung ausreicht, können weitere blutdrucksenkende Medikamente zusätzlich gegeben werden.