Blutzucker im Auge behalten

Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung sind Allheilmittel und schützen auch gegen die weltweit grassierende «Zuckerkrankheit». Fachleute sprechen von «Diabetes mellitus», kurz Diabetes. Eine nicht erkannte oder ungenügend behandelte Diabetes kann gravierende Folgen haben.


 
In der Schweiz leiden nach Schätzungen des Bundesamts für Gesundheit rund 500'000 Menschen an Diabetes. Fachleute gehen davon aus, dass rund ein Drittel aller Betroffenen nichts von ihrer Diabetes-Erkrankung weiss. Gemäss der Weltgesundheitsorganisation hat sich die Zahl der mit Diabetes lebenden Erwachsenen in den letzten rund 40 Jahren fast vervierfacht – auf heute 422 Millionen Menschen weltweit. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung von 2018 zeigt auch in der Schweiz eine Zunahme der Krankheit - in allen Altersgruppen. Männer sind leicht stärker betroffen als Frauen.

Gemäss Roger Lehmann, Professor am Universitätsspital Zürich und Diabetesexperte, hat diese Zunahme verschiedene Gründe: «Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind Bewegungsmangel und zu viel Kalorienzufuhr, was zu Übergewicht führt.» Personen mit Diabetes haben in der Schweiz Zugang zu wirksamen Behandlungsmethoden, die sie in den allermeisten Fällen vor den Folgen der Krankheit schützen. Eine Heilung ist aber nicht möglich.

Entstehung, Folgen und Diabetes-Typen

Das Hormon Insulin reguliert den Zuckerhaushalt im Körper. Diabetes entsteht, wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Insulin zu produzieren, um den Zuckerhaushalt zu regeln. Zuviel Zucker im Blut schädigt die Blutbahnen und resultiert in Folgeschäden wie beispielsweise Bewusstseinsstörungen, Erblinden, Nierenschäden, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Unterschieden werden mehrere Diabetes-Formen. Gemeinsam ist allen der dauerhaft zu hohe Blutzucker. Diabetes mellitus Typ 1 tritt meist bei jüngeren Menschen auf und resultiert in einem kompletten Insulinmangel. Die Ursachen für die Entstehung des Typ 1 sind nur teilweise bekannt. Von Diabetes mellitus Typ 2 sind vor allem Menschen ab 40 Jahren betroffen, zunehmend aber auch junge Personen. Typ 2 ist mit rund 90 Prozent die häufigste Form von Diabetes. Betroffene produzieren zu wenig eigenes Insulin. Bewegungsmangel, Übergewicht und erbliche Vorbelastung begünstigen den Typ-2 in allen Altersgruppen. Starker Durst, ständige Müdigkeit und häufiges Wasserlassen können Anzeichen sein.

Therapie und individuelle Behandlung durch Spezialisten

Wer mit Hilfe von einem ärztlichen Bluttest eine Diabetes-Diagnose erhält, muss fortan seinen Blutzuckerspiegel immer wieder kontrollieren. Fachleute empfehlen als Therapie viel Bewegung, eine diabetesgerechte Ernährung, bei Bedarf Medikamente und in manchen Fällen Insulin. Für alle Diabetiker günstig ist eine ballaststoffreiche Kost aus frisch zubereiteten Speisen mit viel Gemüse und ausreichend Obst, wenig Zucker und spärlich tierischen Fetten. Getränke sollten nicht gesüsst sein. Wer den Blutzucker dank professioneller Hilfe in den Griff bekommt, kann Spätfolgen weitgehend vermeiden. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es eine für jeden Patienten individuell ausgerichtete Schulung bezüglich Umgang mit Diabetes im täglichen Leben. Das Universitätsspital Zürich unterstützt alle Diabetes-Betroffenen mit spezifischen Sprechstunden, Behandlungen sowie kostenlosen Vortragsreihen. Es verfügt über ein grosses Team aus Fachärztinnen und Fachärzten sowie Diabetes-Beraterinnen und -Berater und Ernährungscoaches. Professor Roger Lehmann vom Universitätsspital sagt: «Wir behandeln Patienten mit den neusten Medikamenten und Insulinformen sowie mit Zucker-Sensoren verbundene Insulinpumpen. Mit unserer professionellen Begleitung erreichen unsere Patientinnen und Patienten eine optimale Blutzucker-Einstellung.»

Öffentliche Veranstaltung

Erfahren Sie mehr zum Thema «Diabetes: Wenn der Zucker es den Nieren schwermacht» an der Veranstaltung vom Mittwoch, 8. Mai um 18.30 Uhr im Hörsaal West des Universitätsspitals Zürich. 


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